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Kinder und Jugendliche beim Abschiednehmen begleiten

Kinder und Jugendliche bewusst mit einbeziehen

Wie wir mit dem Tod eines geliebten Menschen umgehen, wie wir mit unseren Kindern und Enkelkindern, Nichten und Neffen sprechen, welche Zuwendung Kinder und Jugendliche während dieser Zeit erfahren, ist ausschlaggebend für die weitere Entwicklung unserer Kinder, deren Trauerverarbeitung und spätere Lebensqualität. Oft werden Kinder während dieser Zeit isoliert, weil man sie beschützen möchte. Der Verlust eines nahe stehenden Menschen, der Mangel an Erklärungen und die Isolation kann Kinder sehr tief verunsichern.

Wir möchten Ihnen hier einige Orientierungshilfen geben.


 

Weitere Hilfen

Arbeitskreis Kinder und Trauer

Informationen zum Thema Kinder und Trauer und Kontaktpersonen finden Sie auf beim Arbeitskreis Kinder und Trauer auf dieser Webseite.

 

 

Gruppen

Gerlinde Mock, Ruf und Rat (0711-226 2055) hält ein paar mal im Jahr Tage für Kinder und Jugendlichen, die einen nahe stehenden Verwandten verloren haben. Hier erhalten trauernde Kinder die Gelegenheit andere zu treffen, denen es ähnlich geht.

Bücher

Für Erwachsene, die Jugendliche und Kinder begleiten:

Wir nehmen jetzt Abschied / Specht-Tomann und Tropper

Für Kinder:

Leb wohl kleiner Dachs / Susan Varley
Hat Opa einen Anzug an? / Annelie Fried & Jacky Gleich

 

Für Jugendliche:

Und wenn ich falle? / Marie Therese Schins

Internet

Eine betreute Chatgruppe kann Jugendlichen die Möglichkeit geben sich mit anderen Jugendlichen, die ähnliches erlebt haben, in einem sicheren Rahmen auszutauschen. (www.allesistanders.de

 

 

  • Wichtig ist: Seien Sie ehrlich mit dem Kind. Lügen Sie das Kind nicht an. Vermeiden Sie Sätze wie: Papa ist verreist. Oma ist eingeschlafen. Lassen Sie vor allem Jugendliche selbst entscheiden wie viel sie wissen möchten und was sie verkraften können.

  • Geben Sie dem Kind, wenn es das möchte und wenn es möglich ist, Zugang zu dem Verstorbenen. Oft ist was Kinder sich vorstellen schlimmer als die Wirklichkeit. 
     

 
 
  • Für Jugendliche kann es viel Bedeutung haben, wenn sie an der Gestaltung der Trauerfeier beteiligt sind. Vielleicht können sie bei der Auswahl eines Gedichtes oder Rituals helfen, Kerzen anzünden oder eine Kollage mit Bildern des Verstorbenen zusammenstellen.  Oft haben sie auch ihre eigenen Vorstellungen, die man kreativ mit einbauen kann. Nehmen Sie sie ruhig zu Besprechungen mit Pfarrer oder Trauerredner mit. Kinder können Sie gut zur Grabauswahl mitnehmen.

  • Bereiten Sie das Kind auf das vor, was während der Trauerfeier geschieht. (Menschen in schwarz; Menschen, die weinen; ein Sarg, der vielleicht am Ende in die Erde gelassen wird)
     

 

 

  • Fragen Sie Jugendliche, ob sie einen Freund oder Freundin zur Trauerfeier mitbringen möchten.

  • Bei jüngeren Kindern ist es am besten, wenn sie während der Trauerfeier von einem nahe stehenden, aber nicht zu stark betroffenen Erwachsenen, begleitet werden, der sich um das Kind kümmert.

  • Denken Sie darüber nach, vielleicht eine kleine, intime Trauerfeier nur mit und für die Kinder zu veranstalten. In unseren Räumen im Stammhaus in der Weinsteige oder im Abschiedshaus in der Türlenstraße könnte dies zum Beispiel kurz vor der eigentlichen Trauerfeier stattfinden. In einem kleineren Rahmen kann können Kinder ihr Gefühle besser zum Ausdruck bringen und auch an der Feier gestalterisch teilnehmen.



 

  • Kinder haben oft weniger Berührungsängste als Erwachsene. Sie können auch zu offenen Aufbahrungen kommen, sollten allerdings darauf vorbereitet werden. (z. B. Oma wird ganz still in einem Sarg liegen. Sie wird sich nicht bewegen und wird sich ganz kalt anfühlen)

  • Jüngere Kinder fühlen sich oft für den Tod eines nahen Verwandten verantwortlich. Versichern Sie dem Kind, dass es nicht am Tod schuld ist.
     

  • Sagen Sie nicht: Du musst jetzt stark sein für deine Geschwister, Mutter etc., Du bist jetzt der Mann im Haus, Wir dürfen nicht weinen, Du solltest...

  • Geben Sie dem Kind oder Jugendlichen Gelegenheit zum Reden, aber zwingen Sie sich nicht auf. Ein außen stehender Erwachsender kann da manchmal mehr erreichen. Wenn Sie zu tief betroffen sind um ihrem Kind die notwendige Aufmerksamkeit zu geben, sehen Sie sich in Ihrem  Bekanntenkreis um. Vielleicht gibt es jemanden, der den richtigen Draht aufbauen kann.

  • Manchmal stellen Kinder unbeantwortbare Fragen, auf die sie aber insgeheim schon eine Antwort haben. (Sie wollen wissen ob es O.K. ist, etwas zu denken oder zu glauben.) Wenn ein Kind fragt „Wo ist Oma jetzt?“, fragen sie das Kind ruhig zurück, „Was glaubst du, wo sie ist?“ So werden sie ihr Kind besser kennen lernen und erfahren bestimmt einige kreative Erklärungen.

 

 

  • Kinder und Jugendliche haben ihre eigene Art zu trauern. Seien Sie nicht überrascht, wenn ihr Jugendlicher vor Ihnen nicht weinen will, nach der Trauerfeier in die Disco gehen möchte oder ihr Kind hinterher „Beerdigung spielen“ will und Bilder von Särgen malt. Unterbinden Sie diesen Ausdruck nicht, sagen sie nicht: Mal doch lieber was fröhliches. Nutzen Sie im Gegenteil die Gelegenheit um mit dem Kind über den Verlust zu sprechen.

Auch Kinder müssen ihre Trauer ausleben und lernen mit dem Verlust umzugehen. Sie tun das manchmal etwas anders als Erwachsene.

 

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