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Texte zum Traurigsein

ungreifbar

Noch ein einziges Mal möchte ich dir begegnen,
dein Haar, deine Hände berühren.
Dir sagen, dass ich dankbar bin,
für die Jahre,
für die Liebe,
für dein Leben.

Doch Du bist unerreichbar geworden.

Meine Hände greifen nach dir …
und finden nur Leere.

 

 

 

 

Die Liebe hört mit dem Tod nicht auf.
Sie bekommt nur einen neuen Namen:
Sie heißt Trauer.

 






 






Fern

„Nach dir, gibt es Leben“, sagen sie.

„Die Trauer wird vergehen“, sagen sie.

„Der Schmerz wird immer weniger“, sagen sie.

„Eines Tages werde ich wieder lachen können“, sagen sie.

... 

Doch noch immer, ist meine Seele von dir ergriffen,

meine Gedanken von dir erfüllt,

mein Herz nach dir suchend,

und ihre Worte erreichen mich nicht.

 

 

 

 

Sei nicht traurig wegen mir.
Ich komme zurecht.
Ich gehe heim,
wasche meine Haare,
lege mein bestes Make-up an
und mein feierlichstes Kleid und

 … warte bis du mich zu dir holst.

 

Immer noch

Plötzlich denke ich an dich und vergesse,

dass du nicht mehr hier bist.

Dann freue ich mich,

will dir Postkarten schreiben

und Briefe,

will dich anrufen

mit dir reden

und Spaghetti essen

und Wein trinken,

und dann fällt mir ein,

dass du sie nie lesen wirst,

meine Briefe, meine Postkarten, das Telefonat nie beantworten wirst, die Spaghetti unberührt auf dem Teller bleiben werden
und
das Weinglas
voll und ungetrunken stehen bleibt

…und, dass ich mal wieder alleine weinen werde.

Bleib!

Langsam muss ich mir die Bilder von dir genauer anschauen um mir dich vorzustellen.

Langsam erwarte ich nicht mehr, dass die Tür aufgeht und du einfach hereinkommst, 
als ob du nur mal kurz spazieren gegangen wärst.

Langsam schaue ich mich um nach anderen Menschen und ertappe mich, wie ich mich schuldig fühle.

Langsam verblasst der Erinnerung wie die Farben auf einem Bild das zuviel Sonne abgekriegt hat.

Und ich habe Angst, dass du dann ganz verschwindest.

 

Das erste mal

Heute bin ich zum ersten Mal aufgewacht und habe nicht an dich gedacht.

Ich habe mich gewaschen, und gekleidet, habe gefrühstückt und kurz ein paar Stoßgebete für den Tag in den Himmel geschickt.

Dann habe ich das Haus verlassen und mich auf den Weg gemacht,

ganz ohne dich.

Vor diesem Moment hatte ich Angst.

 

Erste Schritte

Wenn ich in mich hinein höre, spüre ich mehr als die öde Stille die sich so lange in meiner Seele breit gemacht hat.

Ich höre ein Wispern, ein Murren, ein Verlangen, eine Herausforderung, ein Klage… eine Hoffnung.

Ich spüre, dass das Leben mich ruft und ich mich diesem Ruf nicht länger entziehen kann.

Mit meinen gebrochenen

 Beinen wage ich die ersten Schritte und spüre …

eine neue Kraft.

Geigend, singend und tanzend

Der Himmel hat mir Hoffnung gegeben,

die heiligen Hände von oben mich tröstend berührt.

 

Der Vater hat sein Lied über mich gesungen

Der Sohn die Geige dazu gespielt

Und der Geist mich an der Hand genommen und zum Tanzen geführt.

 

Tanzen durch die Scherben des Schmerzes, durch die Angst der Nacht des Alleinseinsdurch die Erschöpfung der Trauer

Tanzen in das Licht der Hoffnung

 

Die Geige inmitten der Scherben der Schmerzeninmitten der Angst der Nacht des Alleinseinsinmitten der Erschöpfung der Trauer

Die Geige bis in das Licht der Hoffnung

 

Gesungen über den Scherben des Schmerzenüber die Angst der Nacht des Alleinseinsüber die Erschöpfung der Trauer

Gesungen, herbei das Licht der Hoffnung

 

Der Himmel hat mir Hoffnung gegeben,

geigend, singend und tanzend trete ich ihm entgegen.

 

Neubeginn

Ich wende mich.

Ich wandle mich.

Ich finde mich.

 

Ein neues Leben werde ich anfangen,

jetzt,

heute,

hier.

Vor versammelter Mannschaft

rufe ich

einen neuen Tag aus.

Einen Tag

der Hoffnung,

der Freude

und

des Lebens.

 

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