Text vergößern? Drücken Sie auf der Tastatur gleichzeitig  Strg  und  Plus


Logo Bestattungshaus Haller

 
 
 
 
 
 
Telefon: 0711 · 722 09 50
 
 

 

Im Trauerfall
 


D
ie Zeit danach

 

Zur Trauerfeier
 


B
iographien

 

Vorsorge
 


Ü
ber uns

 

Veranstaltungen
 


L
ange Nacht der Museen

 

Alles im Überblick
 


I
mpressum und Kontakt

 

Unermesslich reich - ein Erfahrungsbericht

Es versprach ein netter Abend zu werden. Interessante Menschen mit interessanten Berufen. Rotwein, Sofa, Häppchen.

Nur der Grund warum sich sich trafen, war etwas ominös. Sie sollten ihre eigenen Särge machen.

Särge! Sie haben richtig gelesen. Ihre eigenen.

Ziel des Abends war, sich damit auseinanderzusetzen, was sie denn wollten. Eine Idee zu finden, die ganz die eigene ist. Und natürlich um die Anderen, ebenfalls mutig Verwirrten kennenzulernen. Es war nicht direkt für ihre bald anstehende Beerdigung, sondern für die Lange Nacht der Museen.

Sie hatten eines gemeinsam: Der Tod war ihnen nicht fremd.

Sie begegnen ihm tagtäglich in ihrer Arbeit. Als Sterbegebegleiterin, als Steinmetz, als Friedhofsgärtner, als Kripobeamtin, als Ruheforstbetreiber, als Aufnahmeleiterin in einem Pflegeheim, als Leiter eines Krematoriums.

Aber es waren immer andere, die starben. Der Tod ist ihr Beruf. Sie verdienen ihren Lebensunterhalt mit ihm. Wenn er nicht wäre, wären die Heime überfüllt. Ohne ihn hätten wir keine Friedhöfe, Hospize, keine Grabsteine, keine Trauerkränze und schon gar keine Krematorien.

Sympathisch ist er ihnen dennoch nicht. Sie haben sich arrangiert, aber bei weitem nicht angefreundet.

Und nun sollten sie sich ganz gegenständlich auf ihre höchstpersönliche, eigene Begegnung mit ihm vorbereiten.

Der Abend war erstaunlich heiter. Es vielen Worte wie: Bunt. Sinnlich. Ausdrucksstark. Lebendig. Freundlich. Orgasmus – der kleine Tod. Friedlich. Gemütlich. Originell. Schlicht aber elegant. Stilvoll.

Nichts war da von Betretenheit. Der begegneten sie erst später. In ihren Gesprächen mit Familie und Freunden, die sie entweder als vollkommen durchgeknallt empfanden oder ganz mutig. Manche ließen sie nicht darüber reden, andere konnten nicht aufhören. Sie hörten Sätze wie: „Du und dein Sarg, bleib mir bloß weg damit!", aber auch „Ich hätte Lust auch meinen eigenen Sarg zu machen."

Lust auf Sarg? Wir werden immer schräger.

Und dennoch irgendwie war es Lust. Es war eine tiefe Begegnung mit dem unglaublich wertvollen Gegenwärtigen und dem Wissen, dass all dies einmal endet. Eine Vorbereitung auf den Trennungsschmerz, in sich und auch in den Anderen. Und damit verbunden war eine Wertschätzung dem Leben und der eigenen Person gegenüber.

Für sie war diese Auseinandersetzung eine Begegnung mit dem Wesentlichen. Mit dem, was sie über das Leben und den Tod dachten, mit dem was ihnen wichtig war, mit dem was sie zum Lachen brachte, mit dem was sie rührte.

Sie sind gelöster jetzt wo sie wissen, wie sie reisen wollen, auch wenn sie nur ahnen können, wohin es geht.

Und in diesem Prozess haben sie vieles an sich entdeckt:

Was ihnen wirklich wichtig ist. Was sie trägt und hält. Was sie nicht mehr brauchen. Wie unermesslich reich sie sind. Eine Leichtigkeit und Heiterkeit.

Und eine Hoffnung darauf, dass der Tod ein wenig ist wie das Leben: Gnädiger, wenn man ihm mit einem Lächeln begegnet.







 

 

 

Carmela Treichels bunte Bedeckung

 

 | Zurück zur Hauptseite |

Kontakt:  Bestattungshaus Haller  ·  Obere Weinsteige 23  ·  70597 Stuttgart  ·  Telefon: 0711 · 722 09 50  ·  ratundhilfe@bestattungshaus-haller.de

   DirektLinks:  Offene Stellen · Wer wir sind · Trauermusik · Leitfaden zur Urnenbeisetzung · Unsere freien Redner · Bestattungsformen & Kosten